Unsere Projekte

So engagieren wir uns für den Erhalt der Natur

Wir vom NABU Schortens engagieren uns in einer Reihe von Projekten ganz konkret vor unserer Haustür. Vom Erhalt von bedrohten Lebensräumen und Arten bis zum praktischen Umweltschutz reicht dabei die Palette unserer Aktivitäten. Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen was wir tun und wie auch Sie uns unterstützten können.

Unsere Aktionen 2021

Libellenexkursion Engelsmeer

(Fotos: NABU privat)

Bei schönstem Wetter konnten wir am Engelsmeer acht verschiedene Libellenarten beobachten. Eine Besonderheit war der Fund der Großen Moosjungfer, die als eine von acht gefährdeten Arten in Deutschland im Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgeführt wird. Die Flugzeit dieser Libelle reicht von Anfang Mai bis Mitte Juli.  Man findet sie an besonnten, nicht zu nährstoff-reichen und bewachsenen Stillgewässern vor allem in Moorgebieten.
Desweiteren beobachteten wir die folgenden Arten:
Hufeisen-Azurjungfern bei der Eiablage
Frühe Adonislibelle
Gemeine Binsenjungfer
Nordische Moosjungfer
Vierfleck
Plattbauch
Große Königslibelle

Wer möchte, kann uns gerne Fotos von Libellen mit Angabe des Fundortes zum Bestimmen zusenden.
Man kann zwar nicht immer anhand eines Fotos die Art bestimmen, aber wir werden es auf jeden
Fall versuchen. Für uns wäre es auch interessant zu erfahren, welche Libellen wo in Friesland vorkommen.


Auszeichnung Schwalbenhaus

(Fotos: Freya Nau)

Schwalben zu Gast in der Pizzeria Da Nello. Endlich konnte die eigentlich schon für den letzten Herbst vorgesehene Auszeichnung "Schwalbenfeundliches Haus" des NABU Anfang Juni nach der langen, coronabedingten Schließung des Restaurants vorgenommen werden. Die Hooksieler Fotografin Freya Nau hatte die Auszeichnung angeregt und den Kontakt zum NABU hergestellt, nachdem sie mit großer Begeisterung und mit ihrer Kamera das Brutgeschäft der Schwalben im überdachten Eingangsbereich der Pizzeria verfolgt hatte.

Wie der Betreiber Nello Fusari zu berichten wusste, kamen die brutplatztreuen Segelkünstler drei Jahre in Folge, von 2018 bis 2020, immer wieder zu ihrem Nest auf der Lampe - leider nicht in diesem Jahr. Trotzdem lässt er das Nest als Lockmittel an Ort und Stelle und hofft auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Gestört haben ihn die emsigen Insektenjäger nämlich nie, ganz im Gegenteil. Und damit der Eingangsbereich seines Restaurants trotz des Brutgeschäfts immer sauber bleibt, hat er einfach ein Brett unter der Lampe angebracht.

Um die Erinnerung an die fürsorglichen Eltern wach zu halten und vielleicht auch bei Anderen die Begeisterung für die hübschen Flugkünstler zu wecken , hat Frau Nau aus ihren Fotos ein tolles Fotobuch "Vom Schlüpfen bis zum Abflug" zusammengestellt und sowohl Nello Fusari als stolzem "Herbergs-Vater" als auch dem NABU Exemplare davon geschenkt.

Amphibienschutz - Krötenzäune

(Fotos: NABU privat)

Wie in den Vorjahren organisierte die Stadtverwaltung Schortens wieder das Aufstellen von Amphibienschutz-zäunen während der Hauptwanderzeit der Kröten von März bis April am Moorhauser Weg, der Birkenstraße und im Forsthaus Upjever. 22 freiwillige Helfer vom RUZ-Team, von den NABU-Gruppen Jever und Schortens sowie einige private Familien waren dieses Jahr aktiv. Um ihren jeweiligen Einsatz zu koordinieren sprachen sie sich selbstständig über eine Whatsapp-Gruppe ab und haben coronakonform in diesem Jahr oft allein oder in kleinen Gruppen den liebestollen Kröten auf Partnersuche aus den in den Boden eingelassenen Eimern über die Straßen geholfen.

Aufgrund der sehr kalten Witterung dieses Frühjahr mit Schnee und Hagel noch fast bis Mitte April geriet die Amphibienwanderung zeitweise sehr ins Stocken. Da die wechselwarmen Tiere bei kalten Nachttemperaturen in Kältestarre fallen, können sie dann nicht zu ihren Ableich-Teichen wandern und die Sammeler blickten so leider an vielen Tagen in leere Eimer. So überrascht es auch nicht, dass die Gesamtzaht geretteter Amphibien in diesem Jahr etwas kleiner ist als 2020, aber die Helfer sind dennoch sehr zufrieden mit dem Ergebnis unter diesen besonderen Bedingungen: Insgesammt wurden 4385 Erdkröten, 22 Teichmolche und 9 Grasfrösche erfasst.

Unsere Aktionen 2020

Amphibienschutz - Krötenzaunbetreuung

An drei Strecken wurden auch 2020 wieder Schutzzäune durch die Stadt Schortens aufgestellt, um den aus der Winterstarre erwachten Amphiebien auf ihrem meist nächtlichen Weg zu den Laichgewässern beim Überqueren der Straßen zu helfen und sie damit vor dem Übefahren zu retten. Die täglichen Kontrollen der an den Schutz-zäunen eingegrabenen Sammeleimer wurden in diesem Jahr von 22 freiwilligen Helferinnen und Helfern wieder mit großem Engagement vorgenommen, darunter Mitglieder der NABU-Gruppen aus Schortens und Jever, Mitarbeiter des RUZ Schortens sowie einige Privatpersonen und Familien.

 

Insgesamt konnten wir damit von Mitte März bis Mitte April 5515 Erdkröten, 24 Grasfrösche und 54 Teichmolche sammeln, protokollieren und sicher auf die andere Straßenseite transportieren. Hier die Ergebnisse im Einzelnen : 

Moorhauser Weg / Birkenstraße: 497 Erdkröten, 5 Frösche, 2 Molche

Forsthaus Upjever: 5018 Erdkröten, 19 Grasfrösche und 52 Teichmolche

 

Leider sind die Wanderzahlen bei allen drei Strecken über die letzten Jahre nicht konsequent dokumentiert worden. Daher können auch keine konkreten Vergleiche zu den näheren Vorjahren gezogen werden. Lediglich für den Bereich Moorhauser Weg / Birkenstraße liegen verlässliche Vergleichszahlen vom Jahr 2019 vor. Auffällig ist hier ein deutlicher Rückgang von aufgefundenen Tieren, allerdings berichteten Anwohner bzw. Passanten auch von vielen todgefahrenen Kröten schon vor dem Aufstellen der Zäune. Für 2021 ist daher geplant, die Schutz-maßnahmen in diesem Bereich deutlich früher einzuleiten.

Die Mitglieder des Ausschusses für Planung, Bauen und Umwelt der Stadt Schortens sprachen auf ihrer Sitzung den vielen fleißigen Helfern ausdrücklich ein großes Lob für ihren Einsatz aus. Zukünftig soll über die Entwick-lungen der unterschiedlichen Populationen an den drei Wegestrecken im Fachausschuss der Stadt Schortens wieder regelmäßig berichtet werden. Darüber hinaus werden die Ergebnisse nun regelmäßig an das NLWKN und die NABU Leitstelle für Amphibienschutz in Niedersachsen weitergeleitet.

Fledermaus-AG Friesland-Wilhelmshaven

Im Rahmen der diesjährigen Winterquartierkontrollen der Fledermaus-AG Friesland-Wilhelmshaven hat der NABU die Eigentümer eines Bunkers in Zetel mit der Plakette "Hier sind Fledermäuse willkommen" und einer Urkunde ausgezeichnet. Der Bunker wurde als Winterquartier ausgebaut und beherbergte in diesem Winter eine Fransenfledermaus sowie Braune Langohren.


Die Aktion "Fledermausfreundliches Haus", gefördert von der Nieder-sächsischen Bingo-Umweltstiftung, soll erreichen, dass vorhandene Fledermaus-Quartiere gemeldet bzw. neue geschaffen werden.
Jeder, der Fledermäuse in seinen Gebäuden willkommen heißt, entweder als Sommer- oder Winterquartier, kann sich um die Plakette und Urkunde bewerben unter www.nabu-niedersachsen.de/FledermausHaus.

Bei der Winterquartierkontrolle im Februar dieses Jahres konnten 770 Tiere in 30 Quartieren gezählt
werden. Überwiegend fand man Wasserfledermäuse, Fransenfledermäuse und Braune Langohren. Selten
anzutreffen war das Große Mausohr und wieder nur einmal die Bechsteinfledermaus.

Unsere Aktionen 2019

Eulen Willkommen

In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal die Plakette "Hier sind Eulen willkommen!" vergeben. Mit dieser

Plakette sollen Naturfreundinnen- und freunde ausgezeichnet werden, die den Eulen einen

Brutplatz anbieten. Weil immer mehr Scheunen und Häuser verschlossen worden sind, fehlt es den

Schleiereulen an Brutplätzen sowie der Möglichkeit auch im Winter in Scheunen oder Dachböden

von landwirtschaftlichen Anwesen Mäuse zu jagen. Die von uns Ausgezeichneten bieten der Schleiereule

schon seit 25 Jahren Nistkästen an und freuen sich jedes Jahr über den Bruterfolg.

Auszeichnung Schwalbenhaus

Auch in diesem Jahr wurden im Projekt "Schwalben willkommen" des NABU-Niedersachsen wieder eine ganze Reihe von Privathäusern mit Schwalben-plaketten  ausgezeichnet.  So beherbergt zum Beispiel Familie Imken (Foto) in ihren naturnahen Hausgarten in Schortens neben Fröschen und  Molchen im kleinen Teich und regelmäßigen Besuchern wie Igel und Gartenrotschwanz  seit einigen Jahren regelmäßig brütende Schwalben unter dem Durchgangsdach zum Garten. Diesmal fand zwar nur ein Schwalbenpaar den Weg zu ihnen, aber in zwei Bruten wurden immerhin neun Junge großgezogen - die Naturfreunde protokollieren hier seit einigen Jahren akribisch den jährlichen Bruterfolg. Und auch sonst wird alles dafür getan den Vögeln zu helfen, zum Beispiel indem die Nester von unten mit Nägeln unterstützt werden und somit nicht mehr vom glattten Holz abfallen, oder wenn die darunter befindliche Nebentür in der Brutzeit schlichtweg nicht benutzt wird  - wirklich vorbildlich.

In einem anderen bemerkenswerten Fall fanden wir sage und schreibe 17 Mehlschwalbennester vor, und dies sind nur einige der bemerkenswerten Beispiele von diesem Jahr.

 


Fledermaus-AG

Bei den diesjährigen Sommer-Ausflugszählungen hat die Fledermaus-AG Friesland u. Wilhelmshaven von Mai - Juli 1561 Fledermäuse aus ihren Quartieren (Wochenstuben) ausfliegen gesehen. Diese sogenannten Wochenstuben werden von den Fledermäusen von Mai bis in den Sommer aufgesucht, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. In diesen Wochenstuben auf Dachböden oder hinter Gebäude-verkleidungen findet man Breitflügel,- Zwerg-, Rauhaut- sowie Teichfledermäuse.

 

Bei der vergangenern Winterkontrolle der 32 bekannten Fledermausquartiere in Wilhelmshaven und den Landkreisen Friesland u. Wittmund waren durch Vertreter der unteren Naturschutzbehörde, des NABU und des BUND Friesland im Januar 626 und im Februar 720 Tiere folgender Arten gezählt worden:

 Braunes Langohr, Fransen- u. Wasserfledermaus, Großes Mausohr, Bechstein- u. Zwergfledermaus. Eine Besonderheit war der erstmalige Fund einer Bechsteinfledermaus in dieser Region.

 

(Foto: Großes Mausohr, Bernd Pannbacker)

Krötenzaunbetreuung

Auch dieses Jahr betreute der NABU Schortens zusammen mit dem NABU Jever wieder die Krötenzäune

in der Birkenstraße und dem Moorhauser Weg in Schortens. Wir konnten 881 Erdkröten, 14 Frösche und

1 Molch sicher auf die andere Straßenseite bringen.

Für nächstes Jahr suchen wir noch dringend freiwillige Helfer zur Unterstützung (morgens ca. 1-2 Std.)

Kopfweidenschnitt

Im Januar wurden gemeinsam mit dem BUND Friesland Kopfweiden geschnitten. Durch den regelmäßigen Schnitt entstehen so Höhlräume und Spalten, die für Insekten, Vögel und Kleinsäuger wertvolle Lebensräume sind. Weiden haben somit

eine große Bedeutung für die Natur. Auf Weiden leben nach den Eichen die meisten Insektenarten, u.a. Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und Käfer. Die Weide ist außerdem eine wichtige Nektar- und Pollenquelle sowie eine Raupenfutterpflanze.

 

Die anfallenden Ruten haben wir für Flechtarbeiten (s. Foto) sowie für Neuanpflanzungen genutzt.

Wer Intesse an Weidenstecklingen hat, kann sich gerne bei unserem Sprecher Ronald Becker melden.

Vortrag zum Thema Insektenfreundlicher Garten

Am 03.04. lud der NABU Schortens zu einem Bildervortrag ins RUZ ein. Sehr anschaulich und kurzweilig referierte die Biologin Sandra Bischof vom NABU Oldenburg vor zahlreichen interessierten Gästen Rund ums Thema  Wildbienen, "Wespen" und andere Insekten. 

 

Es gibt mehr als 570 Wildbienenarten in Deutschland, zu denen unter anderem auch die Hummenl gehören. Die meisten von ihnen leben alleine und nicht in Staatengemeinschaften wie unsere Honigbiene. Ihre Häufigkeit hat unmittelbaren Einfluss auf die Vielfalt von Wild- und Kulturpflanzen und auf den Fortbestand von Endverbrauchern in der Nahrungskette. Das betrifft zum einen zum Beispiel Vögel und Fledermäuse, zum anderen aber  letztlich auch uns und unser eigenes Nahrungsangebot. Leider sind viele dieser fleißigen Helfer in ihrem Bestand bedroht. Den Verlust an Lebensraum für Insekten durch moderne Landwirtschaft und durch Lebensraumzerstörung können wir kaum aufhalten, aber was kann der Einzelne trotzdem tun um diese wichtige Tiergruppe zu unterstützen?

Im Vortrag wurden einige der fleißigen Bestäuber mit Bildern und ihren Lebensgewohnheiten näher vorgestellt, sowie praktische Tipps zu Pflanzen, Nisthilfen und Gestaltungsmöglichkeiten für eine geeignete Umgebung gegeben. Mit pollen- und nektarreichen Blühpflanzen sowie Strukturen für die Anlage von Nestern können wir die Insektenvielfalt im eigenen Garten oder auf dem Balkon auf einfache und effektive Art fördern. So machen wir ihn zu einem Refugium für Insekten und leisten unseren Beitrag zum Erhalt der Vielfalt. Pflanzenlisten und Literaturangaben rundeten den spannenden Vortrag ab und so hoffen wir für alle auf einen guten Start in die Gartensaison 2019! 

Frühjahrsputz

Am letzten Märzwochenende brach eine kleine Gruppe des NABU Schortens im Rahmen der Frühjahrsputz-Aktion der Stadt Schortens wieder zum alljährlichen Müllsammeln auf.  Fleißig unterstützt von drei zusätzlichen privaten Helfern nahmen wir uns wieder die Strecke Moorhauser Weg - Birkenstraße vor, die wir auch immer beim Krötensammeln entlang der aufgestellten Zäune während der Krötenwanderung betreuen. 

Wie auch in den Berichten der lokalen Presse zu lesen war, können wir glücklicherweise den Trend zu weniger Müllaufkommen in der Natur bestätigen: es kamen zwar wieder einige Säcke zusammen, aber es waren weniger und sie waren nicht so voll wie in den Jahren zuvor.

Traurige Spitzenreiter am Straßenrand waren diesmal neben Platik-verpackungen aller Art die vielen weggeworfenen Flaschen in allen Größen sowie unzählige Zigarettenkippen und Hundekotbeutel. Ärgerten wir uns bei vergangenen Sammelaktionen zum Beispiel über einen Koffer oder ein altes Wahl-Plakat, so waren diesmal ein großes Keilkissen, ein paar Turnschuhe und eine Radkappe die sperrigen und damit mühsam abzutransportierende"Highlights" des Tages.

Unsere Aktionen im Jahr 2018

Vortrag Dr. Fiedler: "Schwein, Pute und Huhn - Sache oder Mitgeschöpf?"

Am 14.11.2018 luden die NABU-Gruppen Wilhelmshaven, Jever und Schortens in Kooperation mit dem Verein "Tierschutz aktiv" zu einer Gemeinschaftsveranstaltung ins Schortenser Umweltzentrum RUZ ein, bei dem es im Besonderen um die ethischen Gesichtspunkte unserer heutigen Massentierhaltung ging. Der pensionierte Tierarzt und Autor Dr. Hans-Heinrich Fiedler fasste dabei sein 2014 veröffentlichtes Buch "... und herrschet über das Vieh.... Schwein, Pute und Huhn - Sache oder Mitgeschöpf?" in einem eindringlichen und mit Bildmaterial unterstützten Vortrag zusammen.

Bei seiner Tätigkeit in der Sektionshalle des  Veterinärinstituts in Oldenburg war ihm neben den eigentlichen Untersuchungen der Tiere auf krankheitserregende oder schädigende Stoffe vor allem der schlechte körperliche Zustand vieler der angelieferten Tiere aufgefallen. Als engagiertem Christen beschäftigten ihn daher die verheerenden Folgen unserer industriellen Nutztierhaltung sehr, und so sammelte er Zahlen und Fakten, suchte nach Zusammenhängen. Mit seinem Buch und in seinen Vorträgen leistet er nun Aufklärungsarbeit, informiert und erklärt in einer anschaulichen und allgemeinverständlichen, nicht in erster Lienie wissenschaftlichen Sprache, und hofft so auf ein nötiges Umdenken in der Gesellschaft.

Dr. Fiedler zeigt eindringlich die vielfältigen negativen Folgen unserer konventionellen Tierhaltung auf - in der immerhin ca. 95 % aller unserer "Nutz-Tiere" leben - und die sich bei weitem nicht nur auf das Tierwohl selbst beschränken. "Tier-Produktion" in Massentierhaltung mit unbegrenztem Konsum und in einer auf weltweites Wachstum ausgerichteten Landwirtschaft hinterlässt weitreichende ökologische Schäden zum Beispiel in der Landschaft, in Böden, Gewässern, im Klima und auch in Bezug auf die Biodiversität . Und sie hat negative Auswirkungen in Hinblick auf soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft und vor allem auf unsere Gesundheit, denkt man nur an immer mehr Antibiotika-Resistenzen oder den Welthunger - 75 %  unserer Kulturpflanzen werden derzeit an Nutztiere verfüttert.

Als Alternative sieht Dr. Fiedler neben einer deutlichen Einschränkung unseres Fleischkonsums, wie er es im Übrigen auch schon lange selbst praktiziert, vor allem den Umstieg zu einer artgerechten Tierhaltung in nachhaltiger Bewirtschaftung. Anhand von Bildmaterial demonstriert er die vielfältigen Schäden bei verschiedenen Tieren aus konventioneller Tierhaltung und zeigt Unterschiede in den Haltungsbedingungen auf. Sein dringender Apell lautet, die Tiere ganz im christlichen Sinn nicht mehr länger nur als Rohlinge für die von uns konsumierten Prokukte, sondern als Mitgeschöpfe mit einer eigenen Würde anzuerkennen und entsprechend zu behandeln. Jeder von uns, auch wenn er selbst kein Landwirt ist, kann mit seinem eigenen Konsum- und Einkaufsverhalten einen Beitrag leisten und Verantwortung übernehmen. Und indem wir über dieses Thema sprechen und unsere eigene Haltung immer wieder weitertragen, geben wir Denkanstöße und wirken als Multiplikatoren von Dr. Fiedlers Aufklärungsarbeit für eine Haltung hin zu mehr Rücksicht und einem verantwortungsbewussten, würdevolleren Umgang mit unseren Mitgeschöpfen.

Auszeichnungen Schwalbenhaus

Im Rahmen des NABU-Niedersachsen Projektes "Schwalben willkommen" konnten wir in diesem Jahr bis Ende Oktober fünf Hausbesitzer, die Schwalben an oder in Ihrem Haus beherbergen, mit einer Urkunde und Plakette auszeichnen. In einem Fall durften die Schwalben den Dachboden beziehen, bei anderen Naturfreunden wurde ihnen der Tee-Pavillon überlassen oder es wurden die Fenster der Scheune offen gelassen. Insgesamt zählten wir 15 Rauchschwalbennester.

Die für dieses Jahr wohl letzte Plakette "schwalbenfreundliches Haus" wurde Ende Oktober in Sillenstede überreicht. Die Familie zeigte stolz den überdachten Terrassenbereich, in dem sich 4 Rauchschwalbennester unter dem Dach befinden. Leider waren die neuen Plakettenbesitzer etwas enttäuscht über den diesjährigen Bruterfolg. Durch den heißen, trockenen und insektenarmen Sommer konnte man von nur 4 Schwalbenkindern berichten. In den vergangenen Jahren gab es hier bis zu zwei Bruten im Jahr und so bleibt nur die Hoffnung, dass die Rauchschwalben nächstes Jahr wieder ihren Weg zurück ins schöne Friesland finden und an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen.

Klosterparkfest mit Jubiläumsfeier 25 Jahre RUZ Schortens

Das alljährliche Familienfest der Klosterpark-Freunde e. V. im Klosterpark Schortens am ersten Augustwochenende stand in diesemJahr ganz im Zeichen der Jubiläumsfeier zum 25 jährigen Bestehen des Regionalen Umweltzentrums RUZ.

Auf einem Wandelmarkt präsentierten sich zahlreiche Verbände und Vereine aus der Stadt Schortens und einigen ihrer  Nachbargemeinden, die sich allesamt passend zum Grundgedanken des RUZ dem Thema Nachhaltigkeit, Natur- und Umweltschutz verpflichtet fühlen.

 

Im Pavillon des NABU Schortens konnten sich die Besucher über die lokalen Aktionen der Ortsgruppe sowie allgemeine Themen des NABU informieren. Dazu gehörten unter anderem der "Insektensommer" mit der alljährlichen Zählaktion sowie der Gestaltung eines naturnahen Gartens oder auch die "Stunde der Gartenvögel" samt Informationen zu unseren heimischen Vögeln. Wir haben zahlreiche Nisthilfen und Vogelnester aus den eigenen Gärten präsentiert und erklärt, in einem Fühlkasten konnten Groß und Klein Dinge aus der Natur ertasten - solche die dort hingehören und solche die dort nicht hingehören (MÜLL) - und für die Kinder lagen Bilder heimischer Vögel zum Ausmalen bereit.

Viele schöne Gespräche wurden mit den Besuchern geführt, Flyer und Infomaterial des NABU verteilt und wir hoffen damit wieder einmal Interesse an unserer interessanten Arbeit hier vor Ort geweckt und damit einen kleinen Beitrag für die Umwelt in unserer unmittelbaren Umgebung geleistet zu haben.

Frühjahrsputz

NABU und RUZ Schortens begaben sich am vorletzten Aprilwochenende auf Müllsammeltour zwischen Jever und Schortens. Den Umweltschützern war aufgefallen, dass hier eine Sammelaktion mal dringend nötig ist. In zwei Stunden wurde jede Menge Abfall vom Straßenrand, und dass nur auf der Radwegseite, sowie aus dem Graben geholt. Die Spitzenreiter bei den Funden waren Verpackungen: Zigarettenschachteln, Coffee to Go - Deckel, Süßigkeiten und Snacks, Glas- und Plastikflaschen sowie -becher. "Wenn die Menschheit so weitermacht, gibt es bald mehr Müll als Lebewesen in der Natur", sind sich die Aktiven einig.

 

Immerhin ein kleiner Beitrag gegen die Vermüllung der Welt konnte mit der ehrenamtlichen Aktion geleistet werden. "Schön wäre es, wenn sich noch mehr Menschen am Müllsammeln beteiligen würden, z. B. beim alljährlichen Frühjahrsputz", meint Ronald Becker von der Schortenser NABU Gruppe und RUZ-Leiterin Ina Rosemeyer ergänzt: "Müll, und ganz besonders Plastik, muss vor allem vermieden und ansonsten vernünftig entsorgt werden. Mehrere hundert Jahre liegt so eine Verpackung in der Natur, zerbröselt mit der Zeit zu Mikromüll, ist Gefahr für Mensch wie Tier und verschandelt nicht zuletzt die Landschaft."

Krötenwanderung

Es ist wieder soweit. Die Temperaturen steigen und mit ihnen auch die Wanderlust der Amphibien im friesischen Umland.

 

Am 22. März 2018 begann die Stadt Schortens mit dem Errichten der ersten Krötenzäune.

 

In der Birkenstraße und dem Moorhauser Weg in Schortens betreut der NABU Schortens in Zusammenarbeit mit dem NABU Jever die aufgestellten Krötenzäune.

 

Die zwischenzeitig immer wieder sinkenden Nachttemperaturen erteilten der Wanderlust zwar gelegentlich einen herben Dämpfer, dennoch sind die Zahlen der Amphibien, die aus den Sammelbehältern umgesetzt wurden, dieses Jahr wieder erfreulich hoch. Bis heute wurden u.a. hunderte Erdkröten, Grasfrösche und sogar einige Teichmolche erfasst. Eine abschließende Zahl kann jedoch nicht genannt werden, da die Wanderung noch anhält.

 

Weniger erfreulich ist allerdings auch die hohe Anzahl von Amphibien, die auch dieses Jahr wieder Opfer des Straßenverkehrs wurden. Deshalb an dieser Stelle noch einmal die Bitte an alle Autofahrer, Rücksicht auf das Wanderverhalten der Amphibien zu nehmen und möglichst nur mit Schrittgeschwindigkeit an den Tieren vorbei zu fahren!

Futtersets für Feldsperlinge

Am 17. Februar wurden 20 Futtersets für Feldsperlinge verlost. Die von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung im Rahmen des 'Feldsperlings-Projektes' finanzierten Sets waren innerhalb von zwei Stunden schnell vergeben.

Die Übergabe fand im Rahmen unseres monatlichen Gruppentreffens statt. Die Freude über die Gewinne war groß. Viele berichteten uns über die verschiedenen Vögel, die in ihren Gärten leben und sich über das Futterangebot hermachen - da kam das Gratisfutter gerade recht!

Weidenflechten

Am 03. Februar veranstaltete unsere Gruppe einen Workshop 'Weidenflechten'. In gemütlicher Runde wurden Nisthilfen für Zaunkönige angefertigt.

 

Wir planen weitere Treffen, bei denen dann auch Körbe, Kugeln oder Kränze aus Naturmaterialien (Weide, Hartriegel, Liguster) angefertigt werden können. Wer Interesse hat, kann gerne mit uns Kontakt aufnehmen.

Fledermäuse

Bei der ersten diesjährigen Winterquartier-Kontrolle durch den regionalen Fledermausbeauftragten hat sich der NABU Schortens beteiligt. Es wurden in 31 Objekten 557 Fledermäuse (Großes Mausohr, Wasser-
fledermaus, Fransenfledermaus, Braunes Langohr und unbest. Zwergfledermausart) gezählt (s. Fotos oben). Bei einer zweiten Kontrolle im Februar 757 Fledermäuse gezählt.

Unsere Aktionen 2017

Sommerfest der Klosterpark-Freunde e.V.

Am 30.07.2017 hat sich der NABU Schortens auf dieser Veranstaltung den Schortenser Bürgern vorgestellt. Das Glücksrad wurde Bildern von heimischen Tieren bestückt, die von den Kindern und deren Eltern geraten werden sollten. Zur Begeisterung der Kleinen stand ein Fühlkasten bereit, in dem viele Dinge aus Wald und heimischen Gärten erfühlt werden konnten. Wem dies zu wenig Herausforderung war, der durfte sich am Baumquiz versuchen. Dort sollten zu abgebildeten heimischen Bäumen, die passenden Blätter und Fruchtstände gesucht werden. Broschüren und Flyer zu Themen rund um Mensch und Natur rundeten das Angebot ab.

Nistkastenkontrolle im Klosterpark

Am 06.06.2017 hat Olaf Geiter uns auf seiner Tour mitgenommen, um im Klosterpark die Vogelkästen zu inspizieren.

Bei der Gelegenheit hat der Fachmann uns die unterschiedlichen Nesttypen der Vogelarten gezeigt.
Besonders beeindruckend war der Moment, als wir in einem Kasten noch Vogeljunge entdeckten. So konnte uns Olaf am 'lebenden Objekt'demonstrieren, wie kleine Vogelkinder beringt werden!

Frühjahrsputz 2017

Die Nabu-Ortsgruppe Schortens beteiligte sich mit einer eigenen Gruppe beim diesjährigen Frühjahrsputz der Stadt Schortens. Gesammelt wurde auf der Strecke Birkenstraße - Moorhauser Weg